Große Weihnachtsausstellung
im Dippoldiswalder Museum
Von Rikarda Groß (Text) und Prof. Dr. Adolf Heger (Fotos)
Vorabveröffentlichung aus den "Reichstädter Nachrichten"

Weihnachtsberg (Ausschnitt) Weihnachtsberg (Ausschnitt) Weihnachtsberg (Ausschnitt)

Zum 28. Mal haben sich im Dippoldiswalder Lohgerber-, Stadt- und Kreismuseum die Tore zur großen Weihnachtsausstellung mit Volkskunst aus dem Osterzgebirge geöffnet. Die beleuchteten Schwibbögen in den Fenstern grüßen schon von fern die Besucher, am Eingangstor steht der über zwei Meter hohe Weihnachtsengel von Holzbildhauermeister Günter Weichelt aus Schmiedeberg.

Besucher aus Offenburg am Weihnachtsmannberg

In der Lederkammer gibt es gleich einige Überraschungen. Der 10 m² große weiße Weihnachtsberg von Rolf Steinbach aus Weixdorf musste wegen der Errichtung eines Notausganges in diesem Jahr geteilt werden. Ganz andere Perspektiven ergeben sich da für den Betrachter, kann er doch von den Seiten in die Landschaft des Osterzgebirgsberges hineinschauen.

Rolf Steinbachs geschickte Händen schufen viel Phantasievolles, so sind im ganzen Haus noch einige Werke, wie z. B. der Weihnachtsliederberg "Süßer die Glocken nie klingen" (Titelbild) zu sehen. Beim Einschalten erklingt ein fröhliches "Gebimmel" von großen und kleinen Glocken.

Weihnachtsszenen von Rolf Steinbach

Weihnachtsliederberg

Der Märchenberg und die -pyramide von Herbert Kohl aus Schmiedeberg laden Alt und Jung zum großen Märchenraten ein.

Werke von Herbert Ranft aus Glashütte fehlen schon seit Jahren in keiner Weihnachtsausstellung. Seit langem wird wieder einmal sein weißer Weihnachtsberg gezeigt, auf dem sich in verschiedenen Etagen allerlei kleine Männlein bewegen.

Weisser Weihnachtsberg von Herbert Ranft

Pferdegespann Pferdegespann mit Pflug

Der Niederfrauendorfer Eberhard Zimmermann, bekannt durch seine detailgetreu gefertigten Pferdegespanne, hat einen von Pferden gezogenen Schneepflug gebaut, ein Gefährt, welches die Kinder unserer Zeit hier kaum noch kennen.

Figurenparade von Gottfried Lösel

Was wäre eine erzgebirgische Weihnachtsausstellung ohne die bekannten und beliebten Traditionsfiguren. Auch davon sind wieder viele, teils bisher noch nicht gezeigte Stücke, zu sehen. Erstmals stellt der Schnitzer Jürgen Weinrich aus Schlottwitz aus, von ihm wird u. a. eine große, naturbelassene Krippe sowie verschiedene Schnitzereien in Walnuss- und Kokosnussschalen ausgestellt.

In der ersten Etage des Museums erwarten uns einige Neuheiten, so ist ein Raum den bei Kindern beliebten Teddybären vorbehalten. Etwa 50 Bären, die Helga Wölfel aus Freiberg fertigte, sind in verschiedenen Posen in Szene gesetzt. Am 14. Dezember wird Frau Wölfel im Museum vorführen, wie so ein Teddy entsteht.

Spätestens in diesem Raum zieht der Duft von frischen Pfefferkuchen um die Nase. Im Nachbarzimmer steht das vom Café Achat aus Dippoldiswalde frisch gebackene bunte Pfefferkuchen-Hexenhaus.

Wolfgang Buder aus Dresden, der in der letzten Weihnachtsausstellung bereits mit seinem elektromechanisch betriebenen Weihnachtsmannberg für Bewunderung sorgte, hat auch im vergangenen Jahr fleißig gearbeitet und das Modell einer Bäckerei gebaut.

Man kann nur staunen, was ihm hier wieder gelungen ist. Da wird der Teig geknetet, ausgerollt, Zutaten für den Stollen gerieben, der Stollen gezuckert, Brote werden in den Ofen geschoben u.v.a.m. Anregungen holte sich der Dresdner in der Dippoldiswalder Backstube bei Bäckermeister Grosche.

Auf dem großen Rummelplatz drehen sich wieder viele Karussells, Riesenräder, Berg- und Talbahn, auch hier gelang es Wolfgang Buder, ein altes bisher nicht funktionstüchtiges Karussell in Bewegung zu setzen und zu restaurieren.

Von Rolf Becker aus Pesterwitz ist ein Märchenberg zu sehen. Seine Figuren formt er aus FIMO-Knete, welche dem früheren Material Suralin entspricht und bemalte sie phantasievoll. Neben den verschiedenen Märchenszenen werden eine Engelkapelle, eine Bergparaden und Figuren eines Schachspiels ausgestellt. Etwa 3000 unterschiedlichste Knete-Wesen hat er bereits geschaffen. Engagiert arbeitet er seit Jahren im Oelsaer Rollilager und formt mit den körperlich behinderten Teilnehmern die tollsten Figuren.

Im Nachbarraum hämmert die Schmiede und dreht sich die Windmühle von Heinz Büttner aus Schmiedeberg. Von den Häuselbauern Naumann aus Rechenberg-Bienenmühle ist das Modell einer typischen erzgebirgische Dorfkirche und alten Fachwerkhäusern zu sehen.

An den Adventswochenenden führen die Naumanns hier Schauarbeiten vor.

Im Videoraum kann der interessierte Besucher auf dem Bildschirm Einblicke in die Werkstätten der Volkskünstler unserer Region halten. Dieser Raum wurde zu einem Spielparadies für Kinder hergerichtet. Eine breite Palette von Fröbelspielzeug wird in den Vitrinen gezeigt. Mit Bausteinen, Zählstäbchen und anderem hölzernen Material können die Kinder hier auch einmal selbst etwas gestalten.

An den Wänden der Ausstellungsräume hängen Winterlandschaften des Osterzgebirges, Gemälde, Grafiken und beeindruckende Fotos.

Das alles zusammen ergibt die einmalige Atmosphäre der Dippoldiswalder Weihnachtsausstellung, die Jahr für Jahr tausende Besucher aus nah und fern anlockt.

 

 

 

An den Wochenenden können die Gäste Schnitzern, Klöpplerinnen, Spinnerinnen u. a. bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen und manch schönes Stück dabei auch käuflich erwerben.

 

Der Verkaufsstand in der ersten Etage bietet vor allem die beliebten Bastelvorlagen, verschiedene Druckerzeugnisse zur Volkskunst, Volkskunde und bildenden Kunst unserer Region.

Öffnungszeiten im Dezember:
Dienstag bis Sonntag: 10 - 17 Uhr
1. und 2. Weihnachtsfeiertag: 13 - 17 Uhr
am 24. und 31. Dezember geschlossen

Zum Lohgerber-, Stadt- und Kreismuseum Dippoldiswalde