Hinter verschlossenen Amtsstuben tut sich schon eine Weile etwas. Die Kämmerei hat bereits 2005 begonnen, einen Reformprozess einzuschlagen, der als „Neues Steuerungsmodell” bezeichnet wird und in der Umstellung des Rechnungswesens, nämlich der Doppelten Buchführung in Konten, bezeichnet als Doppik enden wird.
Am 21. November 2003 beschloss die Ständige Konferenz der Innenminister und –senatoren der Länder (IMK), die Reform des Gemeindehaushaltsrechts umzusetzen. In Sachsen ist dann am 04. Mai 2004 der Beschluss zur Umsetzung der Doppika gefasst worden. Inzwischen steht fest, dass alle Kommunen des Freistaates Sachsen, diesen Umstellungsprozess bis 31.12.2012 gemeistert haben müssen. Ab dem Jahr 2008 kann jede Kommune freiwillig (vorzeitig) diesen aufgezeigten Weg gehen.
Die Stadt Dippoldiswalde hat sich mit dem Beschluss des Stadtrates vom 04.04.2007 entschieden, zum 01.01.2009 ihre erste Eröffnungsbilanz aufzustellen und nach unternehmerischen Grundsätzen zu wirtschaften.
Warum möchte die Stadt diesen Weg vorzeitig gehen und was verspricht sie sich davon?
Wie soll der Umstellungsprozess organisiert werden und wie zeitaufwendig ist dieser?
Unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters wird das Projekt umgesetzt.
Der Großteil der Arbeit wird in 5 Projektgruppen stattfinden, die mindestens mit 5 Mitarbeitern der Stadtverwaltung besetzt werden sollen. Auch die Mitarbeiter, die nicht in diesen Gruppen tätig sind, müssen mit Zuarbeiten rechnen. Die Hauptlast wird aber die Projektgruppen und natürlich maßgeblich die Mitarbeiter der Kämmerei betreffen.
Bevor wir die erste Bilanz am 01.01.2009 aufstellen können, bedarf es noch sehr vieler Vorarbeiten, deren Detaillierung im Moment ein bisschen weit führen würde. Die Kämmerei hat sich mit diesem Termin ein „sehr ehrgeiziges Ziel” gesetzt, so die Worte unseres Bürgermeisters. Über den genannten Zeitpunkt hinaus wird der Reformprozess fortgeführt bis der erste doppische Jahresabschluss vorliegt.
Wo stehen wir jetzt?
Wir werden versuchen, den größten Teil der Arbeit durch unsere eigene Mitarbeiter zu leisten, werden aber den Prozess nicht ganz ohne fremde Hilfe leisten können. In einem Beschluss des Stadtrates 02.05.2007 haben wir uns deshalb für die Inanspruchnahme einer Beratungsgesellschaft entschieden, die wir aber sehr bedacht, zum größten Teil für die Schulung aller Betroffenen einsetzen werden. Zwei Studenten werden uns zeitweise unterstützen.
Die Öffentlichkeit soll auch weiter in den Umstellungsprozess einbezogen werden. In unseren nächsten Veröffentlichungen möchten wir Ihnen die Arbeit der einzelnen Projektgruppen vorstellen.
Wir würden uns natürlich freuen, wenn auch interessierte Bürger den Umstellungsprozess begleiten. Dies kann einerseits durch Verfolgen von Information in der Tagespresse, auf der Internetseite der Stadt Dippoldiswalde bzw. in den öffentlichen Sitzungen unseres Stadtrats erfolgen, andererseits könnte ich mir auch eine aktive Teilnahme einzelner sachkundiger Bürger am Umstellungsprozess vorstellen. Auf jeden Fall sind wir für ihre Hinweise offen. „Viele Ideen können zu einem besseren Ergebnis beitragen.”
Ich hoffe, dass ich Sie mit diesem Artikel etwas neugierig gemacht habe und stehe gern für Rückfragen und Hinweise zur Verfügung.
Hamann
Kämmerin