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Dippoldiswalde

 
Ergebnisse einer weiteren Ungarnreise von Regina und Johannes Zepnick
Ausstellung "Mensch - Zigeuner II"
Von Prof. Dr. Adolf Heger
 

Aus den "Reichstädter Nachrichten" Heft 2, 2003, Seite 10


Johannes Zepnick: Die Bergzigeuner

Die zweite Studienreise zu den ungarischen Romas führte Regina und Johannes Zepnick zunächst nach Nord-Ost-Ungarn. In dem kleinen Städtchen Szendrö mieteten sie eine Wohnung und unternahmen von hier aus mit ihrem "Artist-Tour" - ein farbig gestalteter Transporter, den ihnen der Tischlermeister Johannes Reichel zu einem fahrenden Atelier-Schlafwagen umgebaut hatte - Abstecher in die Zigeunerdörfer Rakaca und Csenyéte sowie zu den Bergzigeunern nach Tornanádaska an der slowakischen Grenze.
Hier lernten sie den Zigeunerpräsidenten Nordungarns kennen. Durch ihn und seine Frau Ildikó bekamen sie differenzierte Einblicke in den Lebenskampf der Romas.
Der zweite Teil ihrer Reise brachte die beiden Künstler über Nyírbátor nach Hodász an die ukrainisch-rumänische Grenze. Besonders beeindruckt waren sie von einem Zusammentreffen mit dem "Romaprediger" Peter Rétháti.
Mit großer Freude und Herzlichkeit wurden Regina und Johannes Zepnick im Zigeunerdorf Gilvánfa an der kroatischen Grenze empfangen. Hier hatten sie - wie die Leser unserer  "Reichstädter Nachrichten" Heft 2/2002 bereits wissen - während ihrer ersten Studienreise viel gearbeitet.

Regina Zepnick: "Altes Paar" (Gabor und Jutka)
Regina Zepnick:
"Altes Paar" (Gabor und Jutka)

Johannes Zepnick: Gyögyi
Johannes Zepnick: Gyögyi

Die Übergabe der mitgebrachten Geschenke. Kinderspielzeug, Kleidung, Decken und Geschirr gestaltete sich zu einem Volksfest. Die Mitglieder des Kunstvereins und Bürger aus unserer Gegend hatten ihnen einige Zentner Sachen mitgegeben. "Es war unbeschreiblich" sagte Regina Zepnick, die die Aufgabe hatte, alles gerecht auszuteilen.
Das Ergebnis der Reise ist eine komplette Ausstellung, die am 25. Januar um 20.00 Uhr in der Galerie Lilith mit vielen Überraschungen feierlich eröffnet wurde.
37 groß- und mittelformatige Ölbilder haben die beiden Künstler "vor Ort" gemalt. Aber das Wertvollste für beide waren - wie sie einhellig zum Ausdruck brachten - die menschlichen Begegnungen.

Regina Zepnick: Timea (die Tochter des Zigeunerpräsidenten)
Regina Zepnick:
Timea (die Tochter des Zigeunerpräsidenten)

Impressionen vom Kunstabend am 25. Januar

Das Künstlerehepaar Regina und Johannes Zepnick setzten wieder einmal ganz neue Maßstäbe. Es war nicht schlechthin die Eröffnung einer Ausstellung, sondern ein Kunstabend und ein Kunstgenuß allererster Güte. Und etwa 100 Gäste brachten die Galerie Lilith in Reichstädt fast wieder zum Bersten. Auch Landrat Bernd Greif ließ es sich nicht nehmen, an dieser eindrucksvollen Veranstaltung teilzunehmen. Regina und Johannes Zepnick mit Thomas Kübler bei der Eröffnung
Gäste Es war Anliegen der Zepnicks, ihren Gästen nicht nur die Ergebnisse ihrer Studienreise zu den ungarischen Romas zu zeigen, sondern sie wollten vor allem ihre Achtung, Ehrfurcht und Liebe zu diesen auch heute noch entrechteten Menschen zum Ausdruck bringen sowie deren Schönheit, bittere Armut und rührende Freundlichkeit darstellen.
Nach der Laudatio von Thomas Kübler berichteten Regina und Johannes Zepnick mit einer Lichtbilderserie über ihre persönlichen Erlebnisse mit den Romas. Man hätte trotz des gefüllten Raumes eine Stecknadel fallen hören können, so gespannt folgten die Gäste den Ausführungen. Thomas Kübler bei seiner Laudatio
Jens Ullrich, Katja Erfurth und Maria Poyiadji-Fink Feierlich umrahmt wurde der Kunstabend durch Maria Poyiadji-Fink (Gesang), Katja Erfurth (Tanz) und Jens Ullrich (Gitarre). Und jeder der Gäste erhielt mit dem Eintrittspreis eine signierte und limitierte Zigeunergrafik, womit sie gleichzeitig das Projekt "Kunst hilft Romas" unterstützten.

Gäste

Maria Poyiadji-Fink (rechts) während eines Pausengesprächs

Die Ausstellung ist bis zum 2. März 2003 jeweils an Sonnabenden und Sonntagen von 14.00 bis 18.00 Uhr oder nach telefonischer Voranmeldung unter 0351-617892 geöffnet.

Text und Fotos: Prof. Dr. Adolf Heger

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