Die Vorgeschichte zum Bau einer
Stauanlage für die Rote Weißeritz reicht bis zum Jahre 1864
zurück. Infolge der außerordentlich trockenen Jahre 1862/63
richteten die Besitzer der Mühlen und Triebwerke am Laufe der
Roten Weißeritz ein Gesuch an das königliche
Finanzministerium, in dem zur Erhöhung der Niedrigwässer um
die Errichtung von Sammelteichen gebeten wurde.
1892 schlossen sich die an der Nutzung
des Weißeritzwassers Interessierten in einem Verein zusammen,
dessen Ziel die Gründung einer Zwangsgenossenschaft zum Bau von
Staubecken war. Außer der wirtschaftlich dringenden Erhöhung
der Niedrigwasser sollte diese Anlage zum Schutz vor Hochwasser
dienen. Auch sollte der geregelte Abfluss des Stausees die
Fabrikabwässer verdünnen, also schon damals eine nutzbringende
Regulierung des Weißeritzwassers sein.

Am 27. Februar 1893 wird bei der
Konferenz der Kreisamtshauptmannschaft die Frage eines
Talsperrenbaues bei Seifersdorf erörtert. Aber selbst nach dem
Unglücksjahr 1897, als das Julihochwasser großes Unheil und
Zerstörung brachte und der materielle Schaden etwa 6 Millionen
Mark betrug, dauerte es noch 11 Jahre, bis endlich 1909 die
Weißeritztalsperrengenossenschaft gegründet wurde.
Die Grundsteinlegung der Sperrmauer
erfolgte im Herbst 1911. Der Ort Nieder-Malter musste geräumt
werden; es betraf sämtliche ca. 45 Anwesen, ebenso die Mühlen
am Lauf der Weißeritz.
Am 1. Januar 1908 wurde das
Geschäftszimmer für den Talsperrenbau in Malter eröffnet, zu
dessen Leiter und Vorstand Bauamtmann Sorger bestimmt war. Schon
1908 wurde der Bau des 200 m langen Umlaufstollens begonnen, der
während des Mauerbaues die Wasser der Weißeritz umleitete. Die
Kronenbreite der Staumauer misst 5,5 m, der Fuß der Mauer 31,1
m Dicke. Die Sperrmauer ist 34 m hoch und 193 m lang und die
Talsperre fasst 8,9 Millionen m³ Wasser, sie hat eine
Oberfläche von 84 ha und ist 3,5 km lang.
Am 27. September 1913 wurde dieses
Bauwerk feierlich geweiht, wobei König August III. mit seinen
Söhnen, gefolgt von den Ehrengästen, als erster die Sperrmauer
überschritt.

Da die Talsperre nicht zur
Trinkwassergewinnung genutzt wird, hat sie sich zum
Naherholungsgebiet entfaltet. Im Sommer können sich die
Badelustigen in 3 Strandbädern an Paulsdorfer, Malterer und
Seifersdorfer Flur und die Paddler, Surfer und Kahnfahrer auf
den Fluten tummeln. An beiden Seiten des Stausees stehen
Camping- und Parkplätze zur Verfügung. Im Sommer säumen viele
Angelfreunde das Ufer.
Unterhalb der Sperrmauer steht das
Gebäude mit den Anlagen eines Kraftwerkes. Das abfließende
Wasser der Maltertalsperre wird zusätzlich durch 2 Turbinen zur
Stromerzeugung für das öffentliche Energienetz genutzt.