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Die Dippser Heide (Steinernes Messer und Wolfssäule)

Von der Barbarakapelle aus führt ein schmaler Waldweg zum alten Marktsteig, den wir entlanglaufen, und nach etwa 300 m kommen wir an einer "Salzlecke" vorbei. Dies ist ein sandsteinerner, etwa 2 m² großer "Trog", einer von dreien, die August der Starke in der Dippoldiswalder Heide für das Wild aufstellen ließ.

Steinernes Messer (50489 Byte) Nach etwa 1 km Wegstrecke kommen wir zur Straßenkreuzung der Verbindungsstraße von Malter zur Heidemühle. Dort steht das "Steinerne Messer". Es soll mit dem 1502 erfolgten Priestermord in Verbindung stehen. Der Chronist Knauth erinnert an gewisse Zusammenhänge in den "Exzessen der losen Priesterschaft" im Jahre 1530. Dieses Steinkreuz wurde zur Sühne an eine an diesem Ort geschehene Bluttat errichtet. Mag sein, daß es sich um den erwähnten Priestermord handelt, andere deuten es als Unfall eines Rabenauer Fleischers, der auf dem vereisten Weg ausrutschte und in sein Schlachtermesser fiel. Wieder andere deuten es als Sühne für einen Mord an einer Frau, die von zwei Fleischern erstochen wurde. Bereits 1572 wird es als "Steinern Kreuz" im "Kurfürstlichen Waldzeichenbuch" erwähnt. Dieses Steinkreuz wurde später als Wegsäule genutzt, wobei beide Arme abgeschlagen wurden, und zur Orientierung war auf der Vorderseite oben links ein H und auf der Rückseite oben rechts ein N eingemeißelt worden. Erst 1785 wird es im Waldzeichenbuch als "Steinernes Messer" bezeichnet.

Unweit des "Steinernen Messers" liegt ein weiteres Kreuz aus Sandstein in Richtung Einsiedlerstein in der Forstabteilung 54. Das "Findlingskreuz" mit einem erhabenen römischen Kreuz steht möglicherweise in Beziehung zu einem alten Wallfahrtsweg, der in westliche Richtung nach dem Kloster Altzella bei Nossen führt, in dem vor alten Zeiten das "Katharinenheiligtum" - eine in Gold gefaßte Rippe der heiligen Katharina - aufbewahrt wurde. Urkundliche Überlieferungen sind dazu bis jetzt nicht bekannt. Der Name des Kreuzes geht darauf zurück, daß einst nach der Schneeschmelze an dieser Stelle ein unbekannter Toter aufgefunden wurde.

Wolfssäule (55565 Byte) Wandern wir in Richtung Malter weiter, so kommen wir nach kurzer Wegstrecke zur "Wolfssäule". Sie erinnert daran, daß bei einer Jagd im Jahre 1802 der letzte Wolf, der in der Heide "aus- und eingetrabt" ist, erlegt wurde. Die Inschrift lautet: "Ohnweit von hier in der Goldgrube (unterhalb der Sperrmauer der Talsperre Malter mündet der Goldborn in die Weißeritz) ist den 6. März 1802 ein Wolf, der seit 5 Jahren aus- und eingetrabt ist, 203 Pfund gewogen hat, in einem aufgestellten Jagen geschossen worden. Dieser Jagd haben beigewohnt der Herr Ober-Hof-Jägermeister von Preuß . . ." usw.

Von der Wolfssäule führt ein direkter Weg zum Ausgangsort unserer Heidewanderung. Wir laufen jedoch noch ein Stück in östlicher Richtung und kommen am Mühlweg (Verlängerung der Rabenauer Straße in Richtung Heidemühle unweit der Dippoldhütte) am "Steinernen Tisch" vorbei, dem Rastplatz sächsischer Kurfürsten, die oft in der wildreichen Dippser Heide der Jagd nachgingen.

Ehe ich den Streifzug durch die Dippoldiswalder Heide beende, verweise ich noch auf einn ganz bedeutende geologische und geschichtliche Besonderheit: das "Götzenbüschchen" bei Oelsa. Dieser kleine, der Abtragung entgangene Kreidezeitrest enthält rotgefärbte Verwitterungsbildungen, die auf ein tropisches Klima zur Zeit ihrer Entstehung schließen lassen. In den schräggestellten Sandsteinschichten findet man zahlreiche Fossilien.

Vor Einkehr der christlichen Religionslehre wurde hier der sorbische Gott Püstritz verehrt. Nach dem Chronisten Schmelz wird von dem Gott Püstritz der Name des Flusses Weißeritz, der Name des Dorfes Pesterwitz, des Ortes Possendorf sowie der Name des Poisenbusches abgeleitet. Im Götzenbüschchen hat das steinerne Götzenbild des Püstritz gestanden. Es wurde im Jahre 1068 auf Weisung von Bischof Benno von Meißen beseitigt.

Wie man sieht, gibt es viel in und um die Dippser Heide zu entdecken.