Dieses Dorf' grenzt im Süden an die Flur- der Stadt Dippoldiswalde. In nur einer Reihe
finden wir die Güter auf dem flach geböschten rechten Uferrand der Weißeritz. Die
Waldhufenstreifen ziehen sich nach Südosten zu über Talberg und Platte in Richtung auf
die dichtbewaldeten Höhen des Kohlberges hinauf. Im Oberdorf steigen sie von 391,7 m bis
518,21 m Meereshöhe an, während sie sich im Unterdorf nur von 360 m bis 451,8 m erheben.
Einige Talkerben gliedern die bebaute Flur: Der Kohlgrund entsteht aus mehreren kleinen
Gründeln. Sein viel längerer linker Nebengrund, in dem die Hübelwiese
entlangzieht,
verläuft quer durch den Wald - etwa parallel zur Weißeritz. Der Viehbigweg steigt in
einem anderen Seitentälchen hoch, das mit einer Stufe in das stärker eingetiefte
Weißeritztal mündet.
In die sonst aus Freiberger Grauem Gneis aufgebaute Ulberndorfer Flur stößt das Ende einer Granitporphyrspalte vor, die sich nach Süden in einer Breite bis zu 2 km über Geising in das Gebiet Tschechiens verfolgen läßt.
Die Schreibweise des Dorfnamens hat sich vielfach geändert. 1350 lesen wir Alberndorf, 1422, 1445, 1476, 1479 und 1484 Olbirn- -oder Olberndorf, 1548, 1582 und 1591 Mulbendorf, 1564 und 1652 Moldendorf, 1567 und 1574 Muldendorf, 1589 Mülbendorf, 1552 Vlmendorf, 1560 und 1582 Vlbendorff und erst ab 1609 und 1638 ziemlich einheitlich Vlberndorff und Ulberndorf.
Von der Mitte des 16. Jahrhunderts an war Ulberndorf immer Amtsdorf und pfarrte auch nach Dippoldiswalde. Dem Meilen-blatt voll 1784 zufolge gab es 1 Erb- oder Lehngericht, 1 Schmiede, 11 Bauern, 11 Häusler, die Obermühle mit 2, die Nieder-mühle mit 2 Mahlgängen und 1 Schneidegang sowie 1 Berghuthaus, das nach anderen Akten schon 1564 erbaut wurde. Auf dem Flurkroki von 1835 findet man noch eine holländische Windmühle und in 2 Gründen je 1 Kalkofen.
Der Einfall des kaiserlichen Feldherrn Holk am 4. September 1632 verursachte in der Ulberndorfer Niedermühle solche Schäden, daß sie "dermaßen ruiniret wurde, daß fast nicht ein Stein darauf, sondern die bloße area und baustelle noch zu sehen" war. Noch fast ein halbes Jahrhundert lang lag sie danach wüst. Außerdem waren all an diesem Tage in Ulberndorf die Besitzungen von 4 Hüfnern, 3 Gärtnern und 1 Häusler vernichtet worden. Auch das Vorwerk wurde verwüstet, das in der Geschichte des Ortes neben den Mühlen, Poch- und Schmelzwerken eine besondere Rolle spielte. Im Gegensatz zu dem Vorwerk Ziegenrück nannte man es Wolframsdorf. Es gehörte zu den kurfürstlichen Vorwerken rings um Dippoldiswalde.
Dem Landesherrn stand auch die Nutzung an "dem geholcze am kolberge" und an der Fischerei in der Weißeritz zu. In diesem Zusammenhang werden 1404 Markgraf Wilhelm und 1484 Herzog Albrecht genannt. Auch Adlige ließen sich mit diesen Rechten belehnen - so 1405 die Gebrüder Kuneken aus Freiberg, 1477 die Gebrüder Muntzer aus Lauenstein, 1479 die Gebrüder Theler aus Höckendorf. Von 1485 an verfügte das Geschlecht von Maltitz darüber, das über Ulberndorf auch die Grundherrschaft ausübte. Mehrfach wurden die Einwohner so voll einem Grundherrn zum andern verkauft, verpfändet, verschenkt. 1569 kaufte Kurfürst August selbst das ganze Dorf mit 13 Hüfnern, 9 Gärtnern und 4 Häuslern und setzte zur besseren Kontrolle auf dem Vorwerk Verwalter und Vögte ein.
Als altes metallverarbeitendes Werk ist das Pochwerk "Heilige Drei Könige" zwischen Ulberndorf und Obercarsdorf zu nen-nen. 1762 war es durch in Ulberndorf lagernde österreichische Soldaten vollständig zerstört worden, so daß es 1765 wieder auf-gebaut werden mußte. Bald stellte man es von Holzkohlenfeuerung auf Verbrauch von (Freitaler) Steinkohlen um. Aus dem Werk ging später eine Pappenfabrik hervor.