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Reinholdshain

Die Bezeichnung des Ortes hat sich seit dem Mittelalter wenig geändert. Zwei Formen wechseln miteinander: 1445 schrieb man Reinholczhain, 1501 Reynoldishaynn - wohl nach dem Gründer Reinold de Grimme auf Reinhardtsgrimma, 1564 tauchte der Name Ringelsshain auf. So heißt es auch heute mundartlich Ringelshane. Beide Formen stehen noch auf dem Meilenblatt von 1784.

Reinholdshain ist ein einseitiges Reihendorf mit Waldhufen. Allerdings sind von den Waldstücken nur noch geringe Reste vorhanden. Dazu gehört ein Teil des zwischen dem Ort und Reinhardtsgrimma sich hinstreckenden "Fichtichts", das nach dem Flurnamenverzeichnis für Reinholdshain die Namen Vorderes, Mittel- und Hinteres Birkigt trägt. Es blieb als Busch und Wald erhalten, weil sein Sandsteinuntergrund für Feldanbau wenig geeignet ist.

Von den Gütern auf dem rechten Uferrande des Dorfbaches erstrecken sich die Hufen in östlicher Richtung, biegen aber an der Reinhardtsgrimmaer Straße nach Süden um - in den oberhalb der Quelle des Dorfbaches liegenden Raum hinein -, so dass eine Radialstreifenanlage entsteht. Der breite Flurstreifen südlich der Reinhardtsgrimmaer Straße gehört zum früheren Erbgericht. Auf alten Karten umfasst die Dorfflur im Norden auch einen Teil mit 5 Gütern von Reinberg.

In dem Bestreben, seine Besitzungen zu vergrößern, fasste Kurfürst August auch in Reinholdshain Fuß. Obwohl erst 1563 ein Gesetz erlassen worden war, wonach Adligen verboten wurde, ihre Rittergüter durch Bauernbesitz zu vergrößern, scheute er selbst sechs Jahre später nicht vor dem Bauernlegen zurück. Er kaufte in zahlreichen Dörfern Bauerngüter auf und schlug sie zu seinen Vorwerken. Darunter befanden sich auch 9 Hufen in Oberhäslich "vnd zum theil in Ringelshain.

Der Dorfbach war noch bis zum Jahre 1930 für die kirchliche Zugehörigkeit eine Grenzlinie. Die Bauern der rechten Seite pfarrten zur Kirche in Reinhardtsgrimma, die der linken Seite zu Dippoldiswalde.

Das nördlich der Straße Reinhardtsgrimma-Dippoldiswalde angelegte Vierseitengut bildete ein Vorwerk. Sein Besitz bestand aus Kurzstreifen und blockartigen Feldern und Wiesen. Es fällt durch sein Krüppelwalmdach auf. Eiserne Tore, Türen, Gartenpförtchen und Fenstergitter sind wohl erst in diesem Jahrhundert hinzugekommen. Der Schlussstein zeigt einen Sämann. Mächtige Linden stehen vor dem Gut.

Die anderen Bauerngüter sind vorwiegend Drei- und Vierseithöfe. Die meisten besitzen massiven Unterbau mit aufgesetztem Fachwerk, doch gibt es auch Gutshäuser aus massivem Steinbau. Als Baumaterial konnte Pläner aus der weiteren Umgebung verwendet werden. Die Satteldächer sind meist mit Ziegeln, einige auch mit Schiefer gedeckt Hoftore in Mauern, andere mit Säulen und Kugeln, schließen Gehöfte ab, und große Bäume beschirmen den Besitz.

Das Erbgericht, ein Vierseithof an der Straße nach Reinhardtsgrimma, trägt einen Dachreiter mit Uhr. Die Wetterfahne verkündet den 1843 erfolgten Neubau des Wohngebäudes. Gegenüber dem Gasthof, an der Dreiteilung der Hauptstraße, steht die Schmiede, deren Konzession 1758 erteilt wurde. Daneben ragt ein 1,5 m hohes Steinkreuz in lateinischer Form aus Sandstein auf.

Mehrere Wasserläufe vereinigen sich zum Dorfbach, der im Unterdorf von links noch einen Nebenbach aufnimmt. Er fließt nach Norden weiter durch zwei große Teiche am Nordostrande der Dippoldiswalder Heide und dann durch Oelsa in die Weißeritz. Deshalb trägt er im Ganzen den Namen Oelsa-Bach. 1625 heißt es von ihm für Reinholdshain, dass "ein jeder Nachbar einen tümpell zur Wässerung der Gräserey dienlichen und etwa wegen Feuersnot vor seinem hofe von alters her erbauet liegend hat". Mit dieser Bemerkung sollte offenbar eine besondere, sonst nicht übliche Eigenart in diesem Dorfe gekennzeichnet werden darauf gehen also die zahlreichen großen und kleinen Teiche im Dorf zurück.

Wo von der Dorfstraße nach Westen zu die Straße nach Dippoldiswalde abzweigt, liegt in dem südlichen Winkel eine noch verhältnismäßig gut erhaltene Wallanlage. Bei etwa 25 m im Durchmesser ist das Innere der kuppelförmigen Rundung durch einen etwa 2 m breiten Graben und dann wieder von einem Erdwall umgeben. Der Baumbestand ist erst 1904 gepflanzt worden. Dass die Anlage zusammen mit denen von Luchau und Cunnersdorf als Schutzanlage für den Rittersitz in Reinhardtsgrimma gedient hat, ist eine bloße Vermutung.

An alten Wegen führten an der westlichen Flurgrenze von Norden nach Süden der Fürstenweg in Richtung Elend, durch die östlichen Felder drei Viehwege und der Kirchsteig nach Reinhardtsgrimma. Nach Reinhardtsgrimma zu finden wir bewachsene Halden, verbrochene Stollenmundlöcher und Bingen als Spuren ehemaligen Bergbaus, in Richtung Dippoldiswalde lag der "Thomas Stolln".

Noch Ende des 18. Jahrhunderts betrieb man den Bau "Die Gabe Gottes", in dem viel "Rotgiltigerz" gebrochen wurde. Dann aber stieß man auf die Ausläufer einer im Norden über dem Gneis lagernden Sandsteinplatte.

Ob das Steinbeil, das 1875 auf den westlichen Feldern des Oberdorfes gefunden wurde, wirklich aus der Steinzeit oder vielleicht ein früher übliches Donnerbeil als Schutzmittel gegen Blitzschlag war, lässt sich nicht entscheiden.

Außer dem schon erwähnten Steinkreuz neben der Schmiede befindet sich noch ein weiteres fast 1000 m östlich von Reinholdshain an der Straße nach Reinhardtsgrimma. Dieser Gedenkstein erinnert daran, dass "am 18. July 1780 Fr. Joh. Rosina Sittin aus Reinhardtsgrimma" durch einen Blitz getötet wurde, wie einst die jetzt verwitterte Inschrift verriet.

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