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Sehenswertes

Der König-Johann-Turm

Ein 1885 errichteten Aussichtsturm, der über den uralten Sandsteinbrüchen auf einer kleinen Anhöhe erbaut und zu Ehren des damaligen sächsischen Königs Johann benannt wurde. Der Turm ist - auf achteckigem Sockel stehend - 20 m hoch. 102 Stufen führen zur Aussichtsplattform. Am 18. Juni 1886 erfolgte die Weihe. An einem rotbemalten Höhenbolzen erkennt man die Höhenzahl: 430 m über NN.

Unweit vom Turm stand das Windischhaus. Es wurde 1899 von der Erzgebirgischen Predigerkonferenz unter der Leitung des Diakonus Büchting erbaut. Ihm zu Ehren pflanzte man einen Gedenkbaum und setzte einen Gedenkstein davor.

Da die finanziellen Mittel nicht ausreichten, übernahm der Oberjustizrat Windisch mit seiner "Windisch-Stiftung" die Fortführung des Baus. Es war ursprünglich Erholungsheim für Angehörige des Heimat- und Militärvereins, später öffentliche Gaststätte und Sommerpension.

In beiden Weltkriegen diente es als Lazarett, nach 1945 als Teil des Kreiskrankenhauses. Ab 1950 war es Rehabilitationszentrum, Kreishygieneamt und ärztliches Begutachtungszentrum.

Einsiedlerstein und Barbarakapelle

Wir setzen unseren Streifzug am Heiderand an der Straße nach Malter fort und kommen an der Villa "Schwedenheim" vorbei, die 1932 von einem schwedischen Müllerschüler erbaut wurde, welcher der Meinung war, dass dieses Fleckchen Erde der schönste Teil in Europa sei. Dort wollte er sein Leben verbringen. Leider war ihm das nicht beschieden.

Als Beweis für die Schönheit dieser Gegend möchte ich noch das an der Straßenbiegung gelegene Haus und Grundstück nennen, das noch in meiner Jugendzeit das "Paradies" hieß. Hier wohnte ein Herr Adam. Seine Gattin hieß tatsächlich Eva, und an der Eingangspforte prangte eine große Messingtafel mit der Inschrift "Paradies". Von dieser Straßenbiegung aus gehen wir den Waldweg nach Norden und kommen nach etwa 500 m zum Quellgebiet der früheren Dippser Wasserversorgung, dem Steinborn.

EinsiedlersteinBarbarakapelle

Bis vor wenigen Jahren konnte man auf einer Gedenktafel lesen: "Erbaut im Jahre 1867 durch Baurat Henoch unter Bürgermeister Heisterbergk, geleitet und gepflegt während der ersten zehn Jahre von Rathmann E. D. Frosch. In dankbarer Erinnerung an den 19. November 1892. Die Stadt Dippoldiswalde." Leider ist diese Tafel entwendet worden. - Schade!

Der Sammelbehälter trägt die Jahreszahl 1530. Seit diesem Jahr wurde das Wasser in hölzernen Rohren der Stadt zugeführt. Erst Heisterbergk ließ - erstmalig in Sachsen - eine stählerne Rohrleitung anlegen. - Wie ich erfahren habe, liegen die alten Holzrohrleitungen aber noch heute im Boden.

Unweit vom Steinborn biegen wir in einen Waldweg nach Osten zu ein, kreuzen die Straße nach Oelsa und kommen nach kurzer Wegstrecke zum alten Marktsteig, den wir bis zum Einsiedlerstein verfolgen. Hier soll sich die Klause des Einsiedlers Dippold befunden haben.

Die Sage bringt ihn mit der Gründung von Dippoldiswalde in Zusammenhang. Viele Forscher und Chronisten haben sich bemüht, Licht in das Dunkel dieser sagenumwobenen Stätte zu bringen.

Erst dem verdienstvollen Heimatforscher Kurt Ullrich ist es 1940 bei Grabungen gelungen, neben einer Unmenge von Keramikscherben eine Münze mit der Jahreszahl 1542 zu bergen.

In Zusammenarbeit mit dem Museum für Vorgeschichte wurden ausgedehnte Grabungen vorgenommen, die Klause des Einsiedlers freigelegt und die Reste der unmittelbar danebenliegenden Katharinenkapelle vermessen.

Auch die Hainsberger und Rabenauer Heimatforscher (wie Rudolph und Käsemodel) haben sich um die Entschleierung der Geheimnisse des Einsiedlersteins sehr verdient gemacht. Neben der in den etwas tiefer liegenden Felsen eingebetteten "Küche" des Einsiedlers liegt der jetzt vermauerte Eingang zur Höhle, die der Sage nach Zutritt zu einem Stollen ist, der bis nach Rabenau und Dippoldiswalde geführt haben soll.

Unterhalb des großen Einsiedlersteins, der von der Jugend gern zu Kletterübungen genutzt wird, weisen alte Einmeißelungen auf früheren Bergbaubetrieb (Einsiedlerschurf, 1601) hin. Verlassen wir diese wildromantische Stätte und überqueren die Straße, die von der Heidemühle nach Malter führt, so kommen wir zum "Klausenweg". An einem kleinen Teich vorbei geht es in einem etwa halbstündigen Marsch zur Barbarakapelle.

Diese trägt den Namen der Schutzheiligen der Bergleute und wurde von dem Dippoldiswalder Berg- und Schlossherrn Sigismund von Maltitz errichtet, der 1507 das Nasspochwerk zur Erzaufbereitung erfunden hatte.

Das in der Kapellenruine noch vorhandene "Vorhangbogenfenster" deutet auf die Erbauung dieses Gebäudes um 1500 hin.

Wahrscheinlich hat der Kapellengeistliche in einer Klause gewohnt, die über der neben der Kapelle befindlichen Quelle (Antoniusbrunnen) errichtet und vom Kapellenschiff aus zugänglich war.

1525 starb der Kapellenstifter. Sein verwitterter Grabstein gelangte auf Umwegen in die Dippoldiswalder Nikolaikirche, wo er noch heute zu sehen ist. Nach dem Tod des Stifters verfiel die Kapelle allmählich und wurde 1539 von den Söhnen des Sigismund von Maltitz - Heinrich und Johann von Maltitz - vollends zerstört, weil der letzte Kaplan Haubitz die Bergleute "im geheimen Tun" zum evangelischen Gottesdienst berief.

1881 wurde die vollkommen verfallene Ruine wieder instandgesetzt und im Chor der Spruch angebracht: "Was uns das Alter vererbt, schone das junge Geschlecht!" - Eine Mahnung an alle Besucher dieser Stätte.

König-Johann-TurmSteinernes MesserWolfssäule

Steinernes Messer und Wolfssäule

Von der Barbarakapelle aus führt ein schmaler Waldweg zum alten Marktsteig, den wir entlanglaufen, und nach etwa 300 m kommen wir an einer "Salzlecke" vorbei. Dies ist ein sandsteinerner, etwa 2 m² großer "Trog", einer von dreien, die August der Starke in der Dippoldiswalder Heide für das Wild aufstellen ließ.

Nach etwa 1 km Wegstrecke kommen wir zur Straßenkreuzung der Verbindungsstraße von Malter zur Heidemühle. Dort steht das "Steinerne Messer". Es soll mit dem 1502 erfolgten Priestermord in Verbindung stehen. Der Chronist Knauth erinnert an gewisse Zusammenhänge in den "Exzessen der losen Priesterschaft" im Jahre 1530.

Dieses Steinkreuz wurde zur Sühne an eine an diesem Ort geschehene Bluttat errichtet. Mag sein, dass es sich um den erwähnten Priestermord handelt, andere deuten es als Unfall eines Rabenauer Fleischers, der auf dem vereisten Weg ausrutschte und in sein Schlachtermesser fiel. Wieder andere deuten es als Sühne für einen Mord an einer Frau, die von zwei Fleischern erstochen wurde.

Bereits 1572 wird es als "Steinern Kreuz" im "Kurfürstlichen Waldzeichenbuch" erwähnt. Dieses Steinkreuz wurde später als Wegsäule genutzt, wobei beide Arme abgeschlagen wurden, und zur Orientierung war auf der Vorderseite oben links ein H und auf der Rückseite oben rechts ein N eingemeißelt worden. Erst 1785 wird es im Waldzeichenbuch als "Steinernes Messer" bezeichnet.

Unweit des "Steinernen Messers" liegt ein weiteres Kreuz aus Sandstein in Richtung Einsiedlerstein in der Forstabteilung 54. Das "Findlingskreuz" mit einem erhabenen römischen Kreuz steht möglicherweise in Beziehung zu einem alten Wallfahrtsweg, der in westliche Richtung nach dem Kloster Altzella bei Nossen führt, in dem vor alten Zeiten das "Katharinenheiligtum" - eine in Gold gefasste Rippe der heiligen Katharina - aufbewahrt wurde.

Urkundliche Überlieferungen sind dazu bis jetzt nicht bekannt. Der Name des Kreuzes geht darauf zurück, dass einst nach der Schneeschmelze an dieser Stelle ein unbekannter Toter aufgefunden wurde. Wandern wir in Richtung Malter weiter, so kommen wir nach kurzer Wegstrecke zur "Wolfssäule".

Sie erinnert daran, dass bei einer Jagd im Jahre 1802 der letzte Wolf, der in der Heide "aus- und eingetrabt" ist, erlegt wurde. Die Inschrift lautet: "Ohnweit von hier in der Goldgrube (unterhalb der Sperrmauer der Talsperre Malter mündet der Goldborn in die Weißeritz) ist den 6. März 1802 ein Wolf, der seit 5 Jahren aus- und eingetrabt ist, 203 Pfund gewogen hat, in einem aufgestellten Jagen geschossen worden. Dieser Jagd haben beigewohnt der Herr Ober-Hof-Jägermeister von Preuß . . ." usw.

Von der Wolfssäule führt ein direkter Weg zum Ausgangsort unserer Heidewanderung. Wir laufen jedoch noch ein Stück in östlicher Richtung und kommen am Mühlweg (Verlängerung der Rabenauer Straße in Richtung Heidemühle unweit der Dippoldhütte) am "Steinernen Tisch" vorbei, dem Rastplatz sächsischer Kurfürsten, die oft in der wildreichen Dippser Heide der Jagd nachgingen.

Ehe ich den Streifzug durch die Dippoldiswalder Heide beende, verweise ich noch auf ein ganz bedeutende geologische und geschichtliche Besonderheit: das "Götzenbüschchen" bei Oelsa. Dieser kleine, der Abtragung entgangene Kreidezeitrest enthält rotgefärbte Verwitterungsbildungen, die auf ein tropisches Klima zur Zeit ihrer Entstehung schließen lassen. In den schräggestellten Sandsteinschichten findet man zahlreiche Fossilien.

Vor Einkehr der christlichen Religionslehre wurde hier der sorbische Gott Püstritz verehrt. Nach dem Chronisten Schmelz wird von dem Gott Püstritz der Name des Flusses Weißeritz, der Name des Dorfes Pesterwitz, des Ortes Possendorf sowie der Name des Poisenbusches abgeleitet. Im Götzenbüschchen hat das steinerne Götzenbild des Püstritz gestanden. Es wurde im Jahre 1068 auf Weisung von Bischof Benno von Meißen beseitigt.

Wie man sieht, gibt es viel in und um die Dippser Heide zu entdecken.

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